Mittwoch, 31. Juli 2019
[AN] EIN MANN, EIN WORT
Verhandlungen auf den Vereinigten Inselkönigreichen! Alle Nachbarn versuchen sich anzubiedern, um ja keinen geschäftlichen Vorteil einzubüßen und auch Euram muss sich ins Zeug legen, sein Herrscherhaus nicht zu beschämen. Doch dazu muss der frisch ernannte Botschafter von Falena zuerst einmal die eigenen Selbstzweifel überwinden – und die Zweifel anderer Teilnehmer zerstreuen, denn wenn sogar Freunde sich fragen, ob man einer Aufgabe gewachsen ist, kann man dann wirklich Respekt von einem König verlangen?
[Abenteuer / Freundschaft / Humor / Schmerz und Trost]

„Euram mag exzentrisch sein, ist aber kein übler Kerl. Würde er sich zusammenreißen, wäre er ein guter Anführer.“

Das sagt ein NPC in Rainwall und ich habe keine Ahnung warum, aber genau das waren beim ersten Durchlauf von Suikoden 5 meine Gedanken. Ich mochte Euram auf Anhieb. Ja, er nervt. Ja, er ist ein linkes Wiesel. Ja, er ist überhaupt nicht sympathisch. Ja, er hat keine guten Seiten – oder zumindest zeigt er sie so lange nicht, dass man eigentlich nicht davon ausgehen kann, dass sie vorhanden sind. Aber irgendwie wirkt er nicht bösartig genug auf mich, als dass mir der Charakter sein niedliches Erscheinungsbild madig macht. Ja, er ist ein schmächtiger kleiner Depp mit stark schwülstigen Vibes und ein Paradebeispiel fürs Fremdschämen, aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass da was Gutes im Kern liegt.

Ich bin so enttäuscht, dass man praktisch nichts mit ihm anstellen kann, sobald er den Sternen des Schicksals beitritt, denn gerade Euram hätte es verdient, sich bewähren zu dürfen. Ich schätze, die Programmierer rechneten einfach nicht damit, dass es tatsächlich Spieler gibt, die ihn nach all seinen Eskapaden in der aktiven Party haben wollen. Auch finde ich es ziemlich bescheiden, dass man ihn nur bekommen kann auf Kosten von Eresh. (Andererseits ist Eresh kein Charakter mit besonderen Kampffertigkeiten, sodass es mir relativ leicht fällt, sie zu ignorieren. Nur meine Sammelleidenschaft leidet unter dem Verlust.) Naja, bin ich halt mal wieder der einzige Fan einer Figur *seufz*. Euram ist eine amüsante Mischung aus „Ich bin Eurer Gnade nicht würdig, wie soll ich mich je bewähren?!“ und „ZUM ANGRIFF!!!“ und er weckt wahrscheinlich Muttergefühle, weswegen ich bei seinem Anblick zu meiner Schande immer ein bisschen fangirle. Verklag mich halt.

Übrigens, tun wir doch für diese FF einfach so, als ob Kyle seiner Berufung als Ritter der Königin treu bleibt, in Ordnung? Ich finde seinen Epilog so eigenartig, so seltsam unpassend für seinen Charakter. Nicht dass ich ihm kein „friedliches, ruhiges Leben im Ausland“ gönne, ich denke nur, es funktioniert nicht mit seinem Auftreten das gesamte Spiel über. Deshalb ist er hier noch immer ein Ritter, vor allem, weil es außer Miakis sonst keine coolen mehr gibt, da alle BAMF-Mitglieder aus dem Dienst ausgetreten (oder tot) sind.

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