Sonntag, 26. August 2018
[AN] TIEFER ABGETAUCHT
5. Teil der Oneshot-Sammlung „Von Sündenböcken und roten Schafen“.

Jason würde jederzeit bestätigen, dass ein streng geheimer Job als Gangsterboss unter den wachsamen Augen seiner Familie alles andere als leicht ist – aber es ist einer, den er nicht aufzugeben gedenkt. Schon gar nicht wegen einer läppischen Kriegserklärung, einer Reihe von Banden-Morden und einer auf ihn ausgesetzten Prämie von lausigen drei Millionen Dollar.
[Abenteuer / Action / Humor / Erhöhtes OC-Aufkommen / Solo-Case / Suspense]

Sollte angesiedelt sein nach dem Ärger mit Pinguin, der ab RHATO #18 eingeleitet wurde, aber ich konnte mir nicht im Ansatz vorstellen, dass der so eskaliert. Kohärente Timeline deshalb gramgebeugt aufgegeben – in dieser FF hat Jason einfach nur einen von Pinguins großen Coups vermasselt, niemand ist halb gestorben, niemand wurde am Kopf über das Dach eines Hochhauses gezerrt (WTF BRUCE?!) und niemand wurde aus Gotham exiliert.

Witzig ist, dass Lobdell für das 2. Annual eine gewisse Familie wieder ausgräbt. Und ich hab bei der Planung dieser FF schon befürchtet, dass das hoffnungslos einfallslos sei. Aber wenn ein offizieller DC-Autor so längst abgehakte Bösewichter wiederbeleben darf, kann ich das auch ohne Gewissensbisse!Jason in „Under the Red Hood“ ist extrem cool – gerissen, überlegt, einfallsreich, kampfbewährt, stark – und seine einzigen Minuspunkte sind, dass er der Antagonist und ein bisschen Banane ist.

Die Rolle als Drogenbaron gibt ihm eine Bestimmung innerhalb der Batfamilie, die kein anderer ausfüllen kann. So sehr mich das vorbehaltlose Töten auch stört, das Konzept mag ich sehr. Umso enttäuschter bin ich, dass DC ihm diesen Einfluss später weggenommen hat. Ich finde es zwar gut, dass sich Jason in Rebirth Batmans No-killing-rule unterordnet, weil ihn das ein Stück weiter bringt in Sachen Wiedereingliederung, aber dass er seinen Job als Boss völlig aufgegeben hat, ist echt schade.

Für diese FF steigt er deshalb nicht nur zurück in die tieferen Schichten von Gothams Unterwelt, sondern hat seinen Griff auf deren Zügel nie ganz aufgegeben.

Batman weiß nichts davon *gasp*. Ich finde es nämlich langsam lächerlich, wie stark seine und vor allem auch Oracles Allmacht übertrieben wird. Bruce und Barbara sind nur Menschen, extrem intelligente Menschen, aber nicht mehr. Es ist unmöglich, dass sie wirklich über jeden Fliegenschiss in Gotham und über die Grenzen hinaus Bescheid wissen – und es ist storytechnisch auch – Pardon – vollkommene Scheiße. Wozu braucht man noch andere Helden, wenn sich zwei derartige Götter auf dem Olymp befinden und genau wissen, wer wo wann wie zuschlägt? Nein, es wird Zeit, dass Batman wieder überrascht wird und im Vergleich zu dem Batman, der sich zur Zeit in seinem eigenen Comic in jeder Sekunde von Selina retten lässt und auf Schmusekurs mit seinen Erz- und Todfeinden geht, erachte ich es nicht als Out of Charakter, wenn mein Bruce keine Ahnung von Jasons etwas geheimeren Operationen hat.

Die Anführer aus UtRH kommen also wieder aus der Versenkung gekrochen, weil ich sie ausnahmslos cool finde. Ich wollte eigentlich die Comic-Charaktere verwenden, aber zu meinem Schrecken fehlt dort eine meiner beiden Lieblingsfiguren, die namenlose rothaarige Frau. Ich mag sie so gern, weil sie zusammen mit Freddie und Bobo, obwohl sie kein Wort von sich gibt, trotz der Bedrohung durch eine AK-47 forsch wirkt und vortritt, wo der Rest sich vorsichtig zurückzieht. Allein durch ihr Verhalten zähle ich sie deshalb unter der Gruppe der Bosse als einer der drei Rädelsführer, eine, auf die die anderen in Notsituationen hören würden. Aus diesem Grund hat sie sich am besten mit den neuen Umständen arrangiert und fungiert als Jasons rechte Hand.

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