Samstag, 31. März 2018
[AN] NACHBEBEN
3. Teil der Oneshot-Sammlung „Von Sündenböcken und roten Schafen“.

Bruce hatte keine andere Wahl, so viel begreift Jason schon. Er hätte niemals sein Herz angehalten, wenn es eine bessere Lösung gegeben hätte. Und weil er das so gut versteht, macht er sich keine Gedanken darüber, dass ein derartig schwerwiegender Eingriff höchst negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.
[Angst / Familie / Freundschaft / Schmerz und Trost]

Direkter Anschluss an „Trinity #15“.

Nach der Dark-Destiny-Arc war ich mal wieder schwer enttäuscht von der Oberflächlichkeit, mit der Bruces und Jasons Beziehung behandelt wurde. Außer zwei Sprechblasen, in denen Bruces Sorge um Jason angenehm dezent und doch überdeutlich hervortritt, wird nur wieder auf ollen Kamellen herumgeritten, als hätte Jason seit UtRH keine Spur von Charakterentwicklung mitgemacht. Es war eine großartige Gelegenheit, ihr Verhältnis zu vertiefen oder wenigstens irgendetwas damit anzufangen, aber es wurde nichts daraus gemacht.

Klar kann man argumentieren, dass es in Trinity ja nun nicht primär um Bruces Schwierigkeiten mit seinem verlorenen Sohn geht (auch nicht in Batman, noch nicht mal in RHATO), sondern um Action und Tempo. Aber wozu einen Charakter gastauftreten lassen, der so einen potenziell schwerwiegenden Effekt auf ihn ausübt? Warum nicht Dick oder Damian, mit denen er einen wesentlich unbefangeneren Umgang pflegt?

Nein, wenn man sich ein emotionales Schwergewicht wie Jason Todd in den Cast holt, muss man auch damit rechnen, dass die Leser da ein wenig tränenreiche Interaktion erwarten. Und nein, „Outlaws sind zu dumm, eine Falle zu erkennen – werden gefangen und von Dämonen besessen – gehen auf Trinität los, um ihre Gefühle zu verletzen (obwohl Trinität mit anderen Charakteren wesentlich tiefere Bindungen pflegt) – werden besiegt – helfen beim Endkampf (aber nur ganz unwesentlich)“ empfinde ich nicht als ausreichende Handlung, wenn Red Hood denn schon mal endlich wieder auf Batman trifft.

Und dann ist da noch dieser eine Punkt, der mich vollkommen aus der Spur wirft:

Bruce >tötet< Jason, indem er Herzstillstand auslöst. Und Jason ist direkt im Anschluss an die Defibrillation auf den Beinen, so schnell, dass Bruce es zwischendurch noch nicht mal schafft, Bizarro wiederzubeleben. Es sieht vielmehr so aus, als hätte er nicht mal am Boden gelegen!

What the Fuck?! Bei der traumatischen Vergangenheit, die beide bezüglich einer Verbindung von Jason <--> Tod durchgemacht haben, stecken sie das jetzt ja ausgesprochen sauber weg. Okay, man könnte es sich damit erklären, dass alle vernünftig sind, weil es einfach keinen anderen Ausweg gab, den Bann aufzuheben. Auch wie Bruce an Artemis herankommt, die zu dem Zeitpunkt immer noch betäubt irgendwo in der Stadt herumliegt, ist mir ein Rätsel, aber mein Gott, geschenkt!

Aber dass Jason als normaler Mensch von einem solch kräftezehrenden, stressreichen Eingriff keine einzige Einschränkung davonträgt, kann ich nicht glauben. Er ist pausenlos in Bewegung, direkt nachdem er >>tot gewesen ist<<. An dieser Stelle hätte DC so schön einige Panels einstreuen können, wie sich Bruce nach Ende des Kampfes wenigstens besorgt um den Gesundheitszustand seines gerade vorhin >>>tot gewesenen<<< Sohnes macht ... Aber ich schätze, abgebrühte Kriegsherren wie er geben sich nicht solcher Lappalien hin.

Also hab ich‘s getan. Pft.

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